Versicherer speichern Kundendaten in einer riesigen Zentraldatei. Kunden haben oft Mühe, einen Vertrag zu bekommen, weil dort zum Teil falsche Daten gespeichert sind. Das hat eine stichprobenartige Untersuchung der Stiftung Warentest ergeben. Zugleich ist es fast unmöglich, Auskunft über die Daten zu erhalten, so die August-Ausgabe der Zeitschrift FINANZtest.
So verweigert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bislang grundsätzlich die Auskunft über die gespeicherten Daten. Nur über den Versicherer, der die Daten einmal ins System eingespeist hat, bekamen die Testkunden überhaupt Informationen. Doch auch hier mauerten einige Unternehmen.
Falsche Einträge sind offenbar keine Seltenheit: Ein Kunde war als asthmakrank vermerkt, obwohl ein Arzt inzwischen seine Gesundheit bescheinigt hatte. Eine längst genesene psychische Erkrankung eines anderen Kunden führt noch heute dazu, dass er bei keinem Versicherer Berufsunfähigkeitsschutz erhält.
In der Zentraldatei HIS (Hinweis- und Informationssystem) speichert der Verband der Versicherungswirtschaft knapp 9,5 Millionen Datensätze. Jedes Jahr gehen nach Informationen von FINANZtest 1,8 Millionen neue Meldungen ein. Die meisten Einträge betreffen die Sparten Autoversicherung, Berufsunfähigkeit, Lebensversicherung und die Pflegerente. Ein negativer Eintrag kann dazu führen, dass Kunden einen erheblichen Risikoaufschlag zahlen müssen oder gar keinen Vertrag bekommen.
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